Birdland

Im September 2000 zogen zwei Nymphensittiche bei mir ein. Und nur wenig später schon folgte eine Digitalkamera, um das Tun und Treiben meiner gefiederten Freunde festzuhalten.

Das Weibchen nannte ich Xena, den Hahn Pikachu. Pikachu war ein Lutino, die meisten seiner Federn waren fast weiß. Xena ist geperlt. Wie alt sie damals genau sind, weiß ich leider nicht, aber sie sind auf jeden Fall Jahrgang 2000. Die meisten Fremden halten Xena für das Männchen, weil sie die Buntere von beiden ist.

Die beiden hatten anfangs recht unterschiedliche Temperamente: Pikachu war anfangs sehr ruhig und wurde oft von Xena schikaniert. Zutraulich wurden beide nie wirklich, aber wenigstens Xena konnte man dazu bewegen, auf den Finger zu steigen.

p>Zur Erinnerung an die beiden sind hier ein paar Bilder aus ihren Jugendtagen. Pikachu war stolz auf "sein" Ei (es war ihr zweites und bereits beschädigt). Er übte eifrig das Egg-Handling. Xena hingegen probiert andere Methoden, die in Zerbeissen und Auffressen endeten. Spätere Eier behandelten sie schon liebevoller, aber gleich erfolglos.

In späteren Jahren wurde Pikachu leider zu einem Rupfer, Xena hatte später kein Häubchen mehr, aber sie hielt ihm den Kopf immer wieder hin. Was soll man da machen?

Pikachu hatte eine ganz eigene Vorstellung von Gesang. Hier ein paar seiner typischen Gesänge als mp3: Gesang, Gesang (bzw. Gegacker), Rufe


Pikachu ist im Frühsommer 2008 überraschend gestorben. Morgens war er noch ganz wie immer, als ich nachmittags nach Hause kam, lag er tot im Käfig. Damit Xena nicht so alleine ist, suchte ich übers Internet nach einem neuen Gefährten und fand ihn in Nemo, einem grauen Hahn. Altersmässig sollte er zu Xena passen, aber wer kann das bei einem Vogel schon beurteilen. Nach einigem Zögern hat er sich auch mit Xena recht gut angefreundet. Leider übernahm er schon nach wenigen Wochen eine Angewohnheit seines Vorgängers: Er rupft ihr Federn aus. Mittlerweile glaube ich ja, dass sie es durch ihr Verhalten irgendwie provoziert. Dadurch hat sie mittlerweile schon längst nicht mehr das schöne Häubchen von früher.Auf diesem Bild sieht man das zum Glück nicht.
Nemo ist ebenso vorsichtig wie sein Vorgänger, zumindest Menschen gegenüber. Aber er ist ein guter Flieger und begleitet Xena mutig überall hin, wenn sie wieder mal den Fussboden unsicher macht. Manchmal saß er stundenlang Wache, wenn sie auf einem zusammengerollten Teppich vorm Wohnzimmerschrank schlief.


Ende Mai 2010 flog Xena ins Licht. Sie hatte schon lange einen Herzfehler, nie hätte ich gedacht, dass sie Pikachu so lange überleben würde.

Nun hatte ich wieder einen einzelnen Vogel. Die Versuche, ein vom Alter her passendes Weibchen für Nemo zu finden, verliefen wenig erfolgreich. Nach drei Wochen bekam ich ein Weibchen aus einer Zuchtauflösung, allerdings erst 5 Monate alt. Doch ob Kari wirklich ein Weibchen ist, muss sich erst zeigen. Ich habe meine Zweifel, so viel singt ein Weibchen nicht. Hier sind Nemo (hinten) und Kari (vorne) im Käfig, auf dem Kletterbaum. Egal ob Hahn oder Henne, Kari mag Karotten (fein geraspelt natürlich).